Psychologie-Blog

Pendelstress beginnt bereits im Schulalter

(PM) Frankfurt am Main, 11. Januar 2018: Für viele Menschen beginnt der tägliche Stress schon lange bevor sie am Arbeitsplatz sind: Staus auf den Straßen, Verspätungen der öffentlichen Verkehrsmittel sowie volle Busse und Bahnen kosten vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern allmorgendlich Nerven. Arbeiteten laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Jahr 2000 noch 53 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen nicht in der Stadt oder Gemeinde, in der sie lebten, so sind es mittlerweile 60 Prozent. Zahlreiche Studien belegen gleichzeitig, dass mit steigender Pendelstrecke das subjektive Stressempfinden zunimmt, während die subjektive Gesundheit und auch die Lebenszufriedenheit darunter leiden.

FZDW befragte Jugendliche

Doch gilt dies auch bereits für Jugendliche? Im Rahmen der Längsschnittstudie Gesundheitsverhalten und Unfallgeschehen im Schulalter (GUS), gefördert von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), befragt das Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) jährlich rund 10.000 Schülerinnen und Schüler an circa 150 weiterführenden Schulen in 14 Bundesländern. In der dritten Befragungsrunde im Schuljahr 2016/17 wurden die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe ausführlich nach ihrem Schulweg befragt und gebeten, anzugeben, welche Verkehrsmittel sie am Morgen der Befragung genutzt haben, um zur Schule zu kommen. Zudem wurden sie gefragt, wie lange sie mit diesen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen sind.

Durchschnittlicher Schulweg dauert 27 Minuten

Summiert man die Fahrtzeiten der verschiedenen Verkehrsmittel, welche die Schülerinnen und Schüler genutzt haben, inklusive der Dauer des Fußwegs, so brauchten die Jugendlichen im Schnitt 27 Minuten, um am Morgen der Befragung von ihrem Elternhaus zur Schule zu kommen. Die meisten Jugendlichen, nämlich 30,0 Prozent, benötigen zwischen 10 und 20 Minuten für ihren Schulweg. 14,4 Prozent der Jugendlichen sind in weniger als zehn Minuten in der Schule. Mit 14,9 Prozent liegt jedoch der Anteil an Schülerinnen und Schülern, die am Morgen des Befragungstages 45 Minuten oder länger unterwegs gewesen sind, auf einem ähnlichen Niveau. „Interessant ist nun, dass Jugendliche, die einen langen Schulweg zurücklegen müssen, signifikant häufiger über mentale Gesundheitsprobleme klagen“, betont Prof. Dr. Andreas Klocke, Leiter des FZDW. Während 22,9 Prozent der Jugendlichen, die weniger als zehn Minuten zur Schule benötigen, an mehr als an einem Tag in der Woche von Konzentrationsproblemen berichten, liegt der entsprechende Wert für Jugendliche mit einem Schulweg von 45 Minuten oder länger mit 29,3 Prozent deutlich höher. Jugendliche mit langem Schulweg sind zugleich mit 43,1 Prozent an mehr als an einem Tag in der Woche gereizt, Jugendliche mit einem kurzen Schulweg dagegen zu 35,9 Prozent. Zudem sind Jugendliche, die einen kürzeren Schulweg zurücklegen müssen, im Schnitt auch zufriedener mit ihrer Gesundheit. Während sie zu 82,7 Prozent ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut einschätzen, liegt der entsprechende Wert für Jugendliche, die 45 Minuten oder länger zur Schule brauchen, bei 77,0 Prozent.

Schulschließungen contra Gesundheit?

Die Forscherinnen und Forscher des FZDW plädieren folglich dafür, bei Debatten über anstehende Schulschließungen auch das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen. „Das Thema Pendeln wird häufig allein auf die Gruppe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezogen“, so Dr. Sven Stadtmüller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZDW. „Wir sollten aber bedenken, dass auch Schülerinnen und Schüler zum Teil sehr weite Wege zur Schule zurücklegen müssen. Dieser Anteil nimmt stetig zu, da immer mehr Schulen schließen und hierdurch die Schulwege für Kinder und Jugendliche weiter werden.“ Wie enorm das Ausmaß an Schulschließungen in Deutschland sei, signalisiere eine Zahl des Statistischen Bundesamts: Demnach hat die Zahl der allgemeinbildenden, weiterführenden Schulen in Deutschland seit Anfang der 1990er-Jahre von rund 15.500 auf knapp 12.000 abgenommen. Dies entspricht einem Rückgang von 24 Prozent.

Quelle: Frankfurt University of Applied Sciences, Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW), 2018

Advertisements

Eltern-Coaching, offene Gruppe, ab 3 Personen

 

PDF

Psychohygiene, Teil II

Nachdem das grundlegende Prinzip der Psychohygiene in Teil I in etwa beschrieben wurde, wird es in diesem Text etwas konkreter. Nun soll es darum gehen, was Entspannung überhaupt ist. Zudem werden Techniken der Entspannung gezeigt, die durchaus für Faule geeignet sind oder für diejenigen, die nach dem Job einfach keine Lust mehr haben, vor die heimatliche Wohnungstür zu gehen und/oder andere Leute zu sehen.

Entspannung gleich Psychohygiene?

Zunächst soll erwähnt werden, dass bei vielen psychischen Krankheiten die Psychohygiene ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist. Hierzu zählen u.a. Entspannungsverfahren. Klingt immer so simpel, ist es aber nicht. Wer nicht gerade sowieso Yoga oder ähnliches in seinen Tagesablauf integriert hat, schafft sich selten eine reine Entspannungsecke in der Wohnung oder im Haus. Die beliebteste Version ist die Fernsehcouch… wobei man hier sagen muss, dass diese keine Version ist, sondern nur sehr, sehr bedingte Entspannung. Das Hirn läuft mit und dem ist es ziemlich egal, ob da Hirngrütze über den Bildschirm flackert oder intellektuell Wertvolles (falls es sowas überhaupt in der Glotze gibt). Nun soll die Psychohygiene unter anderem jedoch gerade der ENTSPANNUNG des Gehirns dienen, womit zum Beispiel die Variante „Sinnlos aus dem Fenster glotzen und in der Nase popeln“ schon mal entschieden ergebnisorientierter ist als eben genanntes Unterhaltungsgerät. Das Gehirn nimmt ja nicht nur die Informationen -egal, ob inhaltsfrei oder nicht- auf, sondern auch Farben, Formen, (Neben-)Geräusche usw. – es läuft auf Hochtouren. Und jetzt kommt die erste tatsächliche Anstrengung: Ein Stück solcher Gewohnheiten muss also erstmal weg, um Platz für echte Entspannung zu schaffen. Quasi Platz fürs Duschgel schaffen, bevor man das Reinigungsritual beginnt.

Entspannungstechniken

Klar, es gibt Yoga-Kurse, Autogenes Training usw. Wer bereits sein Hirn beim wöchentlichen oder täglichen Training leerjoggt, ist ja sowieso schon psychohygienisch auf einem phantastischen Weg. Weil das hinlänglich bekannt ist, soll es jetzt eher um die weniger aktiven Menschen gehen, die einfach keinen Bock haben, nach dem Job noch mal vor die Tür zu gehen oder so. Da bietet sich beispielsweise die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson an. Es gibt …zig CD´s zu kaufen, doch es lohnt weiterhin eine Anfrage bei  manchen Krankenkassen, die einem derartiges Material sogar kostenlos zusenden. Einfach mal informieren – und schon hat man keine Ausrede mehr. Und wer seine Ausreden liebt, steigt selbstverständlich genau an dieser Stelle aus dem vorliegenden Artikel aus. Eine weitere Möglichkeit findet sich mittlerweile in jedem Buchhandel: Malbücher für Erwachsene. Wer nicht sowieso schon kreativ ist (egal, ob nun Lesen, Musik, Garten, Töpfern, Stricken usw.), findet eigentlich überall genug Gelegenheiten, einmal andere Hirnregionen anzuregen als die bisher üblichen und dabei sogar zu entspannen. Denn Achtung: Selbst Kreativität wird dann zum Stress, wenn man sie abrufen MUSS, um zum Beispiel seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen – weshalb sich sehr viele KünstlerInnen durchaus das ein oder andere Coaching oder diverse Therapien gönnen, um wieder neue kreative Kraft zu schöpfen.

Selbstlob stinkt nicht!

Keiner braucht irgendwelche Prolls um sich herum, die sich den ganzen Tag selbst loben. Wohl deshalb sind Politiker eine der unbeliebtesten Berufsgruppen, weil sie angeblich niemals Fehler machen und nur ihre Brillanz, ihren Fleiß und überhaupt sich selbst loben… und nebenbei sich dann über Politikverdrossenheit aufregen und wundern. Wobei: Auch hier schieben sie die Schuld wieder diesem Dingens zu, diesem Volk, und sind damit wieder ein Stück weniger authentisch. Und an der Stelle gönne ich mir einfach mal eine persönliche Bemerkung: Damit leisten die Berufspolitiker denjenigen Vorschub, die ihre Aggressionen nicht im Griff oder einfach ihren Selbsthass auf andere Menschen projizieren müssen! Das schmerzt mich um so mehr, weil ich genug Berufskolleginnen und -kollegen habe, die oben Genannten (Politikern wie auch deren Produkten)  helfen können. Aber weiter im Text:

In meiner Praxis begegnen mir viele Menschen, die Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben – von der Persönlichkeitsstörung bis hin zu Depression oder einfach auch nur Stimmungsschwankungen. Und natürlich bedeutet das nicht immer gleich psychisch krank, denn schließlich kennen wir alle die Tatsache, dass wir nicht jeden Tag gleich gut drauf sind und irgendwie unser Spiegelbild, das wir mal mit Freude und dann wieder mit Entsetzen sehen, sich genau diesen Stimmungen anpaßt. Andere Leute sagen uns an einem Tag, an dem wir uns besonders mißlungen finden, wie toll wir aussehen. Hä?! Das hat mit der Selbstwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung zu tun. Und in dieser Angelegenheit beim Sortieren zu helfen, ist unter anderem mein Job als Heilpraktikerin für Psychotherapie. Und kraft dieser Wassersuppe sage ich: Selbstlob stinkt nicht!!! Es gilt nämlich auch in dieser Hinsicht die Regel, dass alles, was man übertreibt, nach hinten losgeht. Also: Wer mal wieder ein Kompliment braucht, kann es sich auch selbst machen. Wenn man genau hinschaut,  egal ob bei sich selbst oder bei anderen, findet man an dem vermeintlich tollsten Menschen eine Macke – aaaber: Das gilt auch für einen selbst an miesen Tagen – wenn man lange genug sucht, findet man das hübsche Blümchen am Wegesrand. Oder man erinnert sich an eigene Erfolge zurück. Oder lacht sich selber im Spiegel an. Oder belohnt sich selbst einfach dafür, dass man z.B. eine Stressphase so gut durchhält oder, oder… 

-Fortsetzung folgt-

Psychohygiene, Teil I

Sicherlich kann der gesunde Menschenverstand recht schnell mit dem Wort Psychohygiene einiges assoziieren. Mit diesen gedanklichen Verbindungen liegen die meisten Leute auch völlig richtig: Gedanken einfach richtig ablegen, ihnen nachhängen und manche beiseite legen – das Gehirn aufräumen, reinigen und so weiter. Das Gebiet der Psychohygiene ist sehr weit gefächert, deshalb hier nur ein erster Einstieg zur Selbstbeobachtung oder auch einfach nur zur Kenntnis – wie auch immer.

Grundlegende Psychohygiene

Ein gemütliches Beisammensein mit Freunden, Probleme ansprechen und diskutieren, aber einfach auch mal über den nervigen Alltag herummeckern und sich gründlich selbst bedauern – das sind einige der wichtigsten Bausteine der Psychohygiene. Keiner mag die „Hobby-Opfer“ oder diejenigen, die sich permanent in ihrer Selbstherrlichkeit darstellen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass alles, was man übertreibt, sowieso immer in das Gegenteil umschlägt oder krasser formuliert: Alles, was übertrieben wird, birgt (Krankheits-)Gefahren in sich. Soll heißen: Sich selbst mal einfach mal loben für eine gute Leistung oder sich in eine Ecke verziehen und alle anderen Menschen im sozialen Umfeld einfach nur doof finden, sind nicht nur völlig normale Verhaltensweisen – im Gegenteil, wer so etwas ab und zu mal zelebriert, reagiert sich optimal ab und erhält sich dabei durchaus gesund. Der eine latscht parallel dazu ..zig Stunden durch den Wald, die nächste joggt, wiederum andere lesen ein Buch oder starren einfach nur in die Luft und freuen sich. So banal und erfüllend kann Glück sein.

Übertreibung und Authentizität

Wie oben schon geschrieben: Vorsicht vor Übertreibung. Sehr gut kann man das illustrieren an dem Zuviel in unserer Industriegesellschaft. Zu jeder Zeit ist alles verfügbar, sofern das nötige Kleingeld da ist. Umso größer ist kurioserweise die Freude, wenn die Erdbeerzeit anbricht oder endlich wieder Spargelsaison ist, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ähnlich verhält es sich mit Menschen, die ständig einfach nur gut drauf sind. Ein paar Mal ist das toll, man läßt sich gern anstecken und genießt den Strudel guter Stimmung, in den man mit hineingerissen wird. Alles positiv, alles schick, alles toll – da geht auch dem passivsten Menschen irgendwann die Hutschnur hoch. Weil: Das ist nicht das Leben. Es gibt immer Hoch´s und Tief´s und Hell und Dunkel…usw. Dafür gibt es viele Metaphern von „Himmel und Hölle“ bis „Ying und Yang“. Tatsache bleibt: Wer durchweg nur mit traurigem Gesicht und leidend durch die Pampa latscht, nervt uns irgendwann eben so wie diejenigen, die ständig guter Laune sind. Da fehlt schlicht und ergreifend die Authentizität, um nicht zu sagen: die Normalität, die Ausgewogenheit.

Bauchgefühl und Heilsversprechen

Aus oben genannten Gründen sollte man durchaus kritisch – nicht pessimistisch – durch die Welt laufen und sich vor denen schützen, die versprechen, dass sie alle Probleme lösen und das auch ganz schnell. Da ist sie nämlich wieder – die Übertreibung. Der Glaube, woran auch immer, mag eine gute Stütze für manche Menschen sein. Doch letztendlich bewahrt einen immer nur der gesunde Menschenverstand vor falschen Entscheidungen oder Situationen… und selbstverständlich auch vor Menschen, die einem nicht guttun oder sogar schaden. Das Bauchgefühl ist die erste Entscheidungsstütze, die zweite der gesunde Menschenverstand. Das Verdienst der Wissenschaft besteht auch für Normalo´s in der Neigung, Dinge zu überdenken. Der einfachste Weg anhand des Beispiel bei einer größeren Geldausgabe: Das, was der Verkäufer mir gesagt hat, in Ruhe daheim überprüfen (oder in neudeutsch: googeln), mit engen Vertrauten besprechen und dabei durchaus auch die eigenen Standpunkte noch mal sehr kritisch in Frage zu stellen. Und immer daran denken: Verkäufer sind nicht nur in Läden oder vor der Wohnungstür und am Telefon zu finden, die Seelenverkäufer sind definitiv die schlimmere Variante!

Denken und Bewegung

Sehr wichtige Grundlage für die Psychohygiene -wie für alles andere- ist die Bewegung. Auch das Gehirn ist einfach nur ein Körperteil, das durchblutet wird und in dem haufenweise Prozesse passieren, die uns das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten… und noch ..zig andere Vorgänge ermöglichen. Ob nun Joggen oder Spazierengehen: Wohl jede/r von uns kennt den Zustand bei entsprechend langer oder intensiver körperlicher Aktivität, in dem man nicht mehr denkt, sondern einfach nur da ist. Wie bei allen körperlichen Vorgängen sollte man genauer hinschauen und sich rechtzeitig von Überforderung schützen. Nachteil beim Gehirn: Man hat beispielsweise keinen Muskelkater, der einen deutlich spürbaren „Warnschuss“ vorab sendet. Hier kann nur jede/r für sich entscheiden, wann eine Pause angesagt ist und man sich einfach mal rausnimmt aus seinem sozialen Umfeld (inklusive Facebook & Co!!!).

…Fortsetzung folgt…

 

 

 

Schneller wirkende Antidepressiva könnten absehbar sein – neue Forschung enthüllt Wirkmechanismen

Das Erscheinen schneller wirkender Antidepressiva könnte absehbar sein, da Forscher weiter aufklären, wie diese Medikamente ihre psychologischen Wirkmechanismen entfalten.

Während selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRIs) die am häufigsten eingesetzte Klasse von antidepressiven Medikamenten sind, ist über die zellulären und molekularen Mechanismen, über die sie ihre therapeutische Wirkung herbeiführen, weiterhin wenig bekannt. Darüber hinaus bleibt unklar, warum die verhaltensbezogenen Wirkungen trotz der unmittelbaren pharmakologischen Auswirkungen für Wochen oder Monate verzögert sind.

Ansatzpunkt für Entwicklung schnell wirkender antidepressiver Medikamente

Forscher fokussierten sich auf eine einzelne neuronale Unterklasse im Hippokampus, die Cholecystokinin(CCK)-Zellen. Sie stellten fest, dass Serotonin normalerweise CCK-Neuronen inhibiert, was eine gut ausbalancierte Aktivität im Hippokampus bewirkt. Dennoch führt die künstliche Inhibition von CKK zu denselben antidepressiven Wirkungen wie denen von SSRIs, was darauf hindeutet, dass diese Zellen ein vielversprechender Ansatzpunkt für die Entwicklung von schnell wirkenden antidepressiven Medikamenten sein könnten.

Die in der Zeitschrift Neuron veröffentlichte Studie stellte auch fest, dass die akute und die Dauerbehandlung mit SSRIs deutlich unterschiedliche Wirkungen aufwiesen. Serotonin aktiviert verschiedene Rezeptoren, in Abhängigkeit von der Dauer der Behandlung; eine Langzeitbehandlung organisiert die neurale Aktivität neu, während eine Kurzzeitbehandlung das nicht tut.

Die Autoren schlussfolgerten, dass die Forschungsarbeit Wege für zukünftige Behandlungen eröffnen könnte, die den Fokus eher auf spezifische Hirnbereiche und beteiligte Zellklassen statt auf eine breite, pan-neuronale Wirkung legen.

(Quelle: univadis, 9.8.2017)