Psychologie-Blog

Große Mehrheit glaubt an Ende der Sommerzeit

(PM) Streitpunkt Sommerzeit: In Deutschland glaubt eine große Mehrheit der Bevölkerung an die Abschaffung der Zeitumstellung. Nach einer repräsentativen Umfrage (Repräsentative Bevölkerungsumfrage zur Zeitumstellung durch Forsa, 7. und 8. März 2018, 1.005 Befragte bundesweit) der DAK-Gesundheit erwartet jeder Dritte ein baldiges Ende in den kommenden fünf Jahren. Der Widerstand gegen den regelmäßigen Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit bleibt mit 73 Prozent konstant hoch. Die wenigsten Probleme mit dem Dreh an der Uhr haben jüngere Menschen unter 30 Jahren. Am kommenden Sonntag werden nachts die Uhren von zwei auf drei Uhr vorgestellt. Ab dann gilt in allen Ländern Europas wieder die Sommerzeit. Auch das Europäische Parlament diskutiert die Abschaffung der Zeitumstellung und untersucht mögliche Gesundheitsprobleme.

Einschlaf-, Schlaf- und Konzentrationsprobleme

Laut DAK-Studie erwarten 31 Prozent der Befragten ein Ende der Sommerzeit innerhalb der kommenden fünf Jahre. Knapp jeder Fünfte hält einen Zeitraum von zehn Jahren für realistisch. Insgesamt gab rund ein Viertel der Befragten an, schon einmal Probleme im Zuge der Zeitumstellung gehabt zu haben. Demnach leiden die meisten Menschen an Einschlafproblemen und Schlafstörungen – 63 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer. Knapp ein Drittel konnte sich nach eigenen Angaben schlechter konzentrieren, 26 Prozent fühlten sich gar gereizt. Jeder Fünfte ist nach der Zeitumstellung schon einmal zu spät zur Arbeit gekommen. Am häufigsten gaben die Befragen an, sich müde oder schlapp gefühlt zu haben: Depressive Verstimmungen kamen bei zehn Prozent der Befragten vor. Menschen mittleren Alters gaben dabei weit häufiger an, in Folge der Zeitumstellung Probleme gehabt zu haben. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung bleibt die Häufigkeit der Beschwerden im Vergleich zu den Vorjahren ähnlich.

Innere Uhr des Menschen wird gestört

DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich erklärt: „Der Körper lebt nach seiner eigenen Uhr – und die stellt sich eben nicht von einem Tag auf den anderen um. Wer Beschwerden hat, der darf also nicht gleich verzweifeln, sondern braucht einfach ein wenig Geduld. Entspannung und frische Luft können darüber hinaus auch helfen, um mit der Umstellung besser klar zu kommen.“ Mit 73 Prozent gab die große Mehrheit der Befragten indes an, keinerlei gesundheitliche Probleme mit der Zeitumstellung zu haben. Diese Zahl ist im Vergleich zu den Vorjahren ebenso nahezu konstant geblieben.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 als Reaktion auf die Ölkrise zwei Jahre zuvor eingeführt. Ziel dieser Maßnahme war es, Energie zu sparen. Da auch die DDR zur damaligen Zeit plante, die Uhren vorzustellen, musste Bonn nachziehen, um das Land und Berlin nicht auch noch zeitlich zu teilen. Seit 1996 gilt die Sommerzeit EU-weit und beginnt jeweils am letzten Sonntag im März. Am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren dann in allen Staaten der EU wieder auf die Winterzeit – also die Normalzeit – zurück gedreht.

(Quelle: DAK Gesundheit)

Frühlings-Tipps / Ernährung und Hintergründe

Im Frühling sprießt bekanntlich nicht nur alles, was die Natur so hergibt. In den Medien wuchern bereits jetzt schon die Frühjahrs-Diäten wie Unkraut, von denen die meisten langfristig den Bock zum Gärtner machen.

In meiner Praxis biete ich eine Ernährungsberatung an, die nicht nur auf purzelnde Pfunde abzielt, sondern u.a. auch die Frühjahrsmüdigkeit, die Umstellung auf die Sommerzeit und sonstige psychologische Faktoren berücksichtigt .

Sicherlich kann sich jeder Mensch mal eine gewisse Zeit zusammenreißen, in den warmen Jahreszeiten bewegt man sich sowieso mehr… doch meist wird spätestens im Herbst die schwindende Aktivität wieder mit Zucker, Fett und Bequemlichkeit kompensiert – übrigens eine normale, evolutionsbedingte Sache. Doch auch das Grillen & eine andere Ernährung während der Urlaubszeit sind nicht zu unterschätzen.

Und jetzt die gute Nachricht: Dagegen ist auch nichts einzuwenden – wichtig ist nur das WIE.

So zum Beispiel kann man mit einer bereits auf die eigene Lebensweise abgestimmten Ernährung sehr gut und entspannt mit ein paar mehr Kilos umgehen, wenn einmal besondere Umstände eintreten (u.a. hormonell bedingt). Und genau dieses entspannte Umgehen ist schon die Hälfte der Miete beim Abnehmen – denn jeder Stress wird von uns intuitiv bekämpft, was wiederum neuen Stress erzeugt usw. und daher meist in einem Teufelskreis endet.

Weiterhin ist auch eine gute psychische und physische Vorbereitung sehr wichtig, wenn es an das Heilfasten geht…

…und mit Problemen im Hinterkopf ein anspruchsvolles Vorhaben in Angriff zu nehmen, endet meist in noch mehr Problemen.

Was tatsächlich helfen kann, ist übrigens auch Akupunktur. Bekannt in der Schmerztherapie und als begleitende Hilfe zur Rauchentwöhnung, ist sie tatsächlich auch eine wirksame Methode gegen Esssucht.

 

Wenn Sie eine fundierte Beratung (ob nun zur Orientierung oder als Beginn einer Therapie) wollen, vereinbaren Sie gern einen Termin unter: Psy-Friedrichshagen @ ok.de

Die kleine Abzweigung wird zur Hauptstraße ODER Die Akupunktur und ich

Die Entdeckung der Akupunktur hat bei mir sehr große Auswirkungen zur Folge. Nachdem ich deren Wirksamkeit entdeckt hatte, habe ich mal eben meinen weiteren beruflichen Werdegang auf eine andere Schiene gebracht. Wir alle kennen das ja: Manchmal kann sich eine vermeintlich kleine Abzweigung zu einer Hauptstraße entwickeln.

Eigentlich nur zur Selbstbehandlung gedacht, absolvierte ich zunächst ein Ohr-Akupunktur-Seminar. In diesem Zusammenhang lernte ich unter anderem, dass ich als bekennende Pharmazie-Feindin (also Tabletten wirklich nur im äußersten Notfall!) hier genau richtig war. Gerade im Bereich der Schmerztherapie spart man langfristig Geld, auch wenn die Akupunktur-Behandlung auf den ersten Blick tatsächlich teurer erscheint. Durch die Wirkung, die sie langsam aufbaut von Behandlung zu Behandlung, ist aber genau das Gegenteil der Fall. Und wer sowohl körperlich als auch finanziell ganzheitlich denkt, stellt fest, wie effektiv „so ein paar Nadeln“ in regelmäßigen Abständen sein können. Zunächst gelang zu meiner eigenen Verblüffung bei jemandem im engeren Familienkreis ein Nikotin-Entzug sehr erfolgreich – ausgerechnet so ein Jahrendsend-Ding von wegen „Ich höre auf zu rauchen“, eine Ankündigung, die bisher jedes Mal nur ein Gähnen im sozialen Umfeld hervorrief. Davon motiviert nadelte ich mir selbst (ebenfalls mit Dauernadeln) eine Esssucht-Behandlung. Nach zwei Tagen hatte ich etwas Gemüse, zwei bis drei Stullen und eine Suppe gegessen und null Hunger. Ich brach meinen Test ab, weil das Essen tatsächlich nicht mein Problem ist, weiß aber jetzt: Wenn alle Stricke reißen, bin ich gewappnet für den Frühling – dieser blöde Saison-Diäten-Kommerz kann mich mal!

Handakupunktur

Nun nahm ich aber ein tatsächliches Problem in Angriff… eher eine Irritation… ab und zu habe ich mal in der Schulter einen Schmerz, der dann armabwärts zieht. Die diesbezüglichen Akupunktur-Punkte sind aus rein anatomischen Gründen aber bei mir selbst schwer zu erreichen. Zumindest unterhaltsam fand ich mich, als ich im Spiegel sah, wie ich mir den Arm verrenkte, um an einen bestimmten Punkt im Ohr zu kommen, die Trefferquote war eine glatte NULL. Also entschloß ich  mich zu einem Hand-Akupunktur-Seminar. Ich mache es kurz: Die Schmerzen kann ich damit bei mir jetzt viel besser behandeln und die Armproblematik hat sich nach zwei Selbst-Behandlungen tatsächlich endlich erledigt. Meine Kollegin, die in unserer gemeinsamen Praxis die „Wirbelsäulen, Schultern & Co“ behandelt, und ich stellen uns füreinander oftmals als ProbandInnen zur Verfügung und wir machen sehr oft Supervisionen im Hinblick auf Diagnosen und Behandlungsmethoden. Durch sie, andere Berufs-KollegInnen und in meinem privaten Kreis konnte ich nun seit Wochen die Erfahrung machen, was Akupunktur bewirkt.

Die Kombi macht´s

Im Hand-Akupunktur-Seminar stellte ich mich als Probandin zur Verfügung für eine Kombi von Ohr- und Hand-Akupunktur und war wieder einmal völlig von den Socken über die Wirkung. Was man an der Stelle unbedingt betonen muss: Es kommt definitiv auf eine Kombination von einer guten Diagnose an, anderen Behandlungen und den Akupunktur-Punkten. Hier ein wirklich sehr grob formuliertes Beispiel, das lediglich als Illustration gelten soll: Wenn man sich etwas verrenkt, geht man ja zunächst meist zum Hausarzt, der einem dann beispielsweise eine Überweisung für eine Physiotherapie gibt, mit deren Hilfe die Ursache beseitigt werden soll. Parallel könnten etwa Schmerztabletten verschrieben werden. Und hier käme jetzt die Akupunktur ins Spiel. Sie ist eine sehr geeignete Schmerztherapie. Die anatomische Ursache in diesem Falle wird sie nicht ausräumen, aber helfen, aus der Schonhaltung herauszukommen durch Schmerzlinderung – hier ist sie also eine wertvolle Ergänzung der Physiotherapie. Die Akupunktur ist also sozusagen die ganzheitliche Schmerztablette, baut im Gegensatz zur Tablette jedoch ihre Wirkung auf und diese Wirkung gewinnt mit stetiger Behandlung. Die Schmerztablette wirkt dagegen bereits nach kurzer Zeit und dafür massiv, läßt aber dann wieder nach, bis man sich wieder eine Pille einwirft.

Die Folgen für mich

Ähnlich verhält es sich mit den Wirkungsweisen in meiner Arbeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie. In manchen Fällen wäre eine schnelle Schmerzlinderung möglich, denn beispielsweise liegt vielen Kopfschmerzarten oftmals nicht nur ein Wirbelsäulen-, sondern durchaus ein psychisches Problem zugrunde (was im Übrigen nicht immer etwas Schlimmes bedeutet, so zum Beispiel können auch sehr viele gute Lebensereignisse innerhalb eines kurzen Zeitraums „belasten“). Ich will an dieser Stelle nicht weiter herumfachsimpeln und verweise einfach mal auf den Link am Ende des Textes. Nun meine ganz persönliche Entscheidung im Hinblick auf die Akupunktur und mich: Ich habe mich entschlossen, zusätzlich den sogenannten „großen Heilpraktiker“ zu machen, um mein Akupunktur-Fachwissen weiter auszubauen und diesen Bereich auf eine noch breitere und professionelle Ebene zu bringen. Das ist jetzt noch einmal ein riesiger Lernaufwand, in dem ich mich derzeit neben meiner Arbeit in der Praxis befinde. Weil ich von der Wirkung und auch dem Sinn (einer davon: Pharmaindustrie nicht über Gebühr unterstützen) der auch von der Wissenschaft anerkannten Akupunktur überzeugt wurde und bin, ist natürlich mein Wille entsprechend groß.

Indikationen (Anwendungsgebiete) für Ohr-Akupunktur finden Sie HIER

Unstatistik des Monats: 54 Prozent der Deutschen haben eingeschränkte Gesundheitskompetenz

(P) 26.02.2018. Die Unstatistik des Monats Februar ist eine der zentralen Aussagen des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz, der am 19. Februar dem Bundesminister für Gesundheit vorgestellt wurde. Demnach haben 54 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Das hat der „Health-Literacy Survey auf europäischer Ebene“ herausgefunden.

Subjektive Einschätzungen

Das klingt, als ob diese Studie sich die Mühe gemacht hat zu testen, wie kompetent die Deutschen tatsächlich sind. Aber: Niemand wurde getestet. Vielmehr wurden 47 Fragen zu verschiedenen Kompetenzen gestellt und die Probanden schlicht gebeten, selbst subjektiv zu beurteilen wie hoch ihre Kompetenz wäre. Ein Beispiel: „Wie einfach/schwierig ist es, die Packungsbeilagen/Beipackzettel Ihrer Medikamente zu verstehen?“ Das fanden 41 Prozent der Befragten ziemlich einfach und 22 Prozent sehr einfach. Wir wissen aber von wirklichen Tests, dass Beipackzettel selbst von Ärzten nicht verstanden werden. Jedem, der nicht weiß, was er nicht weiß und fälschlicherweise angibt, Beipackzettel leicht zu verstehen, wurde hier hohe Gesundheitskompetenz zugeschrieben.

Dann wurde gefragt, wie schwierig es ist zu verstehen, warum man Vorsorgeuntersuchungen braucht. Das finden 80 Prozent ziemlich einfach oder sehr einfach. Die Frage unterstellt, dass Vorsorge (Früherkennung) unbestritten mehr nützlich als schädlich sei, was für jeden, der sich mit deren Vor- und Nachteilen wissenschaftlich auseinandergesetzt hat, höchst fragwürdig ist. Eine im „Journal of the National Cancer Institute“ veröffentlichte repräsentative Studie hat das wirkliche Wissen der Deutschen getestet und zeigte dagegen, dass 98 Prozent der Frauen den Nutzen der Früherkennung von Brustkrebs und 94 Prozent der Männer jenen der Früherkennung von Prostatakrebs weit überschätzen. Diese erstaunliche hohe Fehleinschätzung liegt wahrscheinlich an der jahrzehntelang üblichen irreführenden Information, welche den Nutzen übertrieben und den Schaden heruntergespielt hat. Wenn man aber nicht weiß, dass man falsch informiert worden ist, wird man im Health-Literacy Survey als gesundheitskompetent eingestuft.

Statt tatsächlicher wird die gefühlte Gesundheitskompetenz ermittelt

Die Zahl 54 Prozent bezieht sich also nicht auf den Anteil der Deutschen, welche eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz haben, sondern auf den Anteil, welche das glauben. Die Vorsitzende des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin kritisierte die Studie bereits im „Ärzteblatt“. Verteidigt wurde die Studie mit dem Argument, dass in anderen europäischen Ländern die gleiche subjektive Befragung durchgeführt worden sei. Wenn aber andere den Unterschied zwischen gefühlter und tatsächlicher Kompetenz nicht kennen, dann müssen wir diesen Fehler nicht auch noch nachmachen.

Mangelnde Gesundheitskompetenz ist ein wirkliches gesellschaftliches Problem und es ist an der Zeit, mehr dagegen zu unternehmen. Dazu könnte der Nationale Aktionsplan beitragen. Es fällt nicht leicht, uns zu einem Thema kritisch zu äußern, das uns selbst am Herzen liegt. Die Kritik betrifft alleine die vorgestellte Studie. Nach deren Logik bräuchte man keine aufwendigen PISA Studien mehr durchzuführen, sondern könnte einfach die Schüler fragen, was sie denn meinen, wie gut sie in Mathematik und Deutsch sind.

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Mit der „Unstatistik des Monats“ hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas K. Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Alle „Unstatistiken“ finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de .

Pendelstress beginnt bereits im Schulalter

(PM) Frankfurt am Main, 11. Januar 2018: Für viele Menschen beginnt der tägliche Stress schon lange bevor sie am Arbeitsplatz sind: Staus auf den Straßen, Verspätungen der öffentlichen Verkehrsmittel sowie volle Busse und Bahnen kosten vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern allmorgendlich Nerven. Arbeiteten laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Jahr 2000 noch 53 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen nicht in der Stadt oder Gemeinde, in der sie lebten, so sind es mittlerweile 60 Prozent. Zahlreiche Studien belegen gleichzeitig, dass mit steigender Pendelstrecke das subjektive Stressempfinden zunimmt, während die subjektive Gesundheit und auch die Lebenszufriedenheit darunter leiden.

FZDW befragte Jugendliche

Doch gilt dies auch bereits für Jugendliche? Im Rahmen der Längsschnittstudie Gesundheitsverhalten und Unfallgeschehen im Schulalter (GUS), gefördert von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), befragt das Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) jährlich rund 10.000 Schülerinnen und Schüler an circa 150 weiterführenden Schulen in 14 Bundesländern. In der dritten Befragungsrunde im Schuljahr 2016/17 wurden die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe ausführlich nach ihrem Schulweg befragt und gebeten, anzugeben, welche Verkehrsmittel sie am Morgen der Befragung genutzt haben, um zur Schule zu kommen. Zudem wurden sie gefragt, wie lange sie mit diesen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen sind.

Durchschnittlicher Schulweg dauert 27 Minuten

Summiert man die Fahrtzeiten der verschiedenen Verkehrsmittel, welche die Schülerinnen und Schüler genutzt haben, inklusive der Dauer des Fußwegs, so brauchten die Jugendlichen im Schnitt 27 Minuten, um am Morgen der Befragung von ihrem Elternhaus zur Schule zu kommen. Die meisten Jugendlichen, nämlich 30,0 Prozent, benötigen zwischen 10 und 20 Minuten für ihren Schulweg. 14,4 Prozent der Jugendlichen sind in weniger als zehn Minuten in der Schule. Mit 14,9 Prozent liegt jedoch der Anteil an Schülerinnen und Schülern, die am Morgen des Befragungstages 45 Minuten oder länger unterwegs gewesen sind, auf einem ähnlichen Niveau. „Interessant ist nun, dass Jugendliche, die einen langen Schulweg zurücklegen müssen, signifikant häufiger über mentale Gesundheitsprobleme klagen“, betont Prof. Dr. Andreas Klocke, Leiter des FZDW. Während 22,9 Prozent der Jugendlichen, die weniger als zehn Minuten zur Schule benötigen, an mehr als an einem Tag in der Woche von Konzentrationsproblemen berichten, liegt der entsprechende Wert für Jugendliche mit einem Schulweg von 45 Minuten oder länger mit 29,3 Prozent deutlich höher. Jugendliche mit langem Schulweg sind zugleich mit 43,1 Prozent an mehr als an einem Tag in der Woche gereizt, Jugendliche mit einem kurzen Schulweg dagegen zu 35,9 Prozent. Zudem sind Jugendliche, die einen kürzeren Schulweg zurücklegen müssen, im Schnitt auch zufriedener mit ihrer Gesundheit. Während sie zu 82,7 Prozent ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut einschätzen, liegt der entsprechende Wert für Jugendliche, die 45 Minuten oder länger zur Schule brauchen, bei 77,0 Prozent.

Schulschließungen contra Gesundheit?

Die Forscherinnen und Forscher des FZDW plädieren folglich dafür, bei Debatten über anstehende Schulschließungen auch das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen. „Das Thema Pendeln wird häufig allein auf die Gruppe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezogen“, so Dr. Sven Stadtmüller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZDW. „Wir sollten aber bedenken, dass auch Schülerinnen und Schüler zum Teil sehr weite Wege zur Schule zurücklegen müssen. Dieser Anteil nimmt stetig zu, da immer mehr Schulen schließen und hierdurch die Schulwege für Kinder und Jugendliche weiter werden.“ Wie enorm das Ausmaß an Schulschließungen in Deutschland sei, signalisiere eine Zahl des Statistischen Bundesamts: Demnach hat die Zahl der allgemeinbildenden, weiterführenden Schulen in Deutschland seit Anfang der 1990er-Jahre von rund 15.500 auf knapp 12.000 abgenommen. Dies entspricht einem Rückgang von 24 Prozent.

Quelle: Frankfurt University of Applied Sciences, Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW), 2018

Psychohygiene, Teil II

Nachdem das grundlegende Prinzip der Psychohygiene in Teil I in etwa beschrieben wurde, wird es in diesem Text etwas konkreter. Nun soll es darum gehen, was Entspannung überhaupt ist. Zudem werden Techniken der Entspannung gezeigt, die durchaus für Faule geeignet sind oder für diejenigen, die nach dem Job einfach keine Lust mehr haben, vor die heimatliche Wohnungstür zu gehen und/oder andere Leute zu sehen.

Entspannung gleich Psychohygiene?

Zunächst soll erwähnt werden, dass bei vielen psychischen Krankheiten die Psychohygiene ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist. Hierzu zählen u.a. Entspannungsverfahren. Klingt immer so simpel, ist es aber nicht. Wer nicht gerade sowieso Yoga oder ähnliches in seinen Tagesablauf integriert hat, schafft sich selten eine reine Entspannungsecke in der Wohnung oder im Haus. Die beliebteste Version ist die Fernsehcouch… wobei man hier sagen muss, dass diese keine Version ist, sondern nur sehr, sehr bedingte Entspannung. Das Hirn läuft mit und dem ist es ziemlich egal, ob da Hirngrütze über den Bildschirm flackert oder intellektuell Wertvolles (falls es sowas überhaupt in der Glotze gibt). Nun soll die Psychohygiene unter anderem jedoch gerade der ENTSPANNUNG des Gehirns dienen, womit zum Beispiel die Variante „Sinnlos aus dem Fenster glotzen und in der Nase popeln“ schon mal entschieden ergebnisorientierter ist als eben genanntes Unterhaltungsgerät. Das Gehirn nimmt ja nicht nur die Informationen -egal, ob inhaltsfrei oder nicht- auf, sondern auch Farben, Formen, (Neben-)Geräusche usw. – es läuft auf Hochtouren. Und jetzt kommt die erste tatsächliche Anstrengung: Ein Stück solcher Gewohnheiten muss also erstmal weg, um Platz für echte Entspannung zu schaffen. Quasi Platz fürs Duschgel schaffen, bevor man das Reinigungsritual beginnt.

Entspannungstechniken

Klar, es gibt Yoga-Kurse, Autogenes Training usw. Wer bereits sein Hirn beim wöchentlichen oder täglichen Training leerjoggt, ist ja sowieso schon psychohygienisch auf einem phantastischen Weg. Weil das hinlänglich bekannt ist, soll es jetzt eher um die weniger aktiven Menschen gehen, die einfach keinen Bock haben, nach dem Job noch mal vor die Tür zu gehen oder so. Da bietet sich beispielsweise die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson an. Es gibt …zig CD´s zu kaufen, doch es lohnt weiterhin eine Anfrage bei  manchen Krankenkassen, die einem derartiges Material sogar kostenlos zusenden. Einfach mal informieren – und schon hat man keine Ausrede mehr. Und wer seine Ausreden liebt, steigt selbstverständlich genau an dieser Stelle aus dem vorliegenden Artikel aus. Eine weitere Möglichkeit findet sich mittlerweile in jedem Buchhandel: Malbücher für Erwachsene. Wer nicht sowieso schon kreativ ist (egal, ob nun Lesen, Musik, Garten, Töpfern, Stricken usw.), findet eigentlich überall genug Gelegenheiten, einmal andere Hirnregionen anzuregen als die bisher üblichen und dabei sogar zu entspannen. Denn Achtung: Selbst Kreativität wird dann zum Stress, wenn man sie abrufen MUSS, um zum Beispiel seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen – weshalb sich sehr viele KünstlerInnen durchaus das ein oder andere Coaching oder diverse Therapien gönnen, um wieder neue kreative Kraft zu schöpfen.

Selbstlob stinkt nicht!

Keiner braucht irgendwelche Prolls um sich herum, die sich den ganzen Tag selbst loben. Wohl deshalb sind Politiker eine der unbeliebtesten Berufsgruppen, weil sie angeblich niemals Fehler machen und nur ihre Brillanz, ihren Fleiß und überhaupt sich selbst loben… und nebenbei sich dann über Politikverdrossenheit aufregen und wundern. Wobei: Auch hier schieben sie die Schuld wieder diesem Dingens zu, diesem Volk, und sind damit wieder ein Stück weniger authentisch. Und an der Stelle gönne ich mir einfach mal eine persönliche Bemerkung: Damit leisten die Berufspolitiker denjenigen Vorschub, die ihre Aggressionen nicht im Griff oder einfach ihren Selbsthass auf andere Menschen projizieren müssen! Das schmerzt mich um so mehr, weil ich genug Berufskolleginnen und -kollegen habe, die oben Genannten (Politikern wie auch deren Produkten)  helfen können. Aber weiter im Text:

In meiner Praxis begegnen mir viele Menschen, die Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben – von der Persönlichkeitsstörung bis hin zu Depression oder einfach auch nur Stimmungsschwankungen. Und natürlich bedeutet das nicht immer gleich psychisch krank, denn schließlich kennen wir alle die Tatsache, dass wir nicht jeden Tag gleich gut drauf sind und irgendwie unser Spiegelbild, das wir mal mit Freude und dann wieder mit Entsetzen sehen, sich genau diesen Stimmungen anpaßt. Andere Leute sagen uns an einem Tag, an dem wir uns besonders mißlungen finden, wie toll wir aussehen. Hä?! Das hat mit der Selbstwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung zu tun. Und in dieser Angelegenheit beim Sortieren zu helfen, ist unter anderem mein Job als Heilpraktikerin für Psychotherapie. Und kraft dieser Wassersuppe sage ich: Selbstlob stinkt nicht!!! Es gilt nämlich auch in dieser Hinsicht die Regel, dass alles, was man übertreibt, nach hinten losgeht. Also: Wer mal wieder ein Kompliment braucht, kann es sich auch selbst machen. Wenn man genau hinschaut,  egal ob bei sich selbst oder bei anderen, findet man an dem vermeintlich tollsten Menschen eine Macke – aaaber: Das gilt auch für einen selbst an miesen Tagen – wenn man lange genug sucht, findet man das hübsche Blümchen am Wegesrand. Oder man erinnert sich an eigene Erfolge zurück. Oder lacht sich selber im Spiegel an. Oder belohnt sich selbst einfach dafür, dass man z.B. eine Stressphase so gut durchhält oder, oder… 

-Fortsetzung folgt-

Psychohygiene, Teil I

Sicherlich kann der gesunde Menschenverstand recht schnell mit dem Wort Psychohygiene einiges assoziieren. Mit diesen gedanklichen Verbindungen liegen die meisten Leute auch völlig richtig: Gedanken einfach richtig ablegen, ihnen nachhängen und manche beiseite legen – das Gehirn aufräumen, reinigen und so weiter. Das Gebiet der Psychohygiene ist sehr weit gefächert, deshalb hier nur ein erster Einstieg zur Selbstbeobachtung oder auch einfach nur zur Kenntnis – wie auch immer.

Grundlegende Psychohygiene

Ein gemütliches Beisammensein mit Freunden, Probleme ansprechen und diskutieren, aber einfach auch mal über den nervigen Alltag herummeckern und sich gründlich selbst bedauern – das sind einige der wichtigsten Bausteine der Psychohygiene. Keiner mag die „Hobby-Opfer“ oder diejenigen, die sich permanent in ihrer Selbstherrlichkeit darstellen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass alles, was man übertreibt, sowieso immer in das Gegenteil umschlägt oder krasser formuliert: Alles, was übertrieben wird, birgt (Krankheits-)Gefahren in sich. Soll heißen: Sich selbst mal einfach mal loben für eine gute Leistung oder sich in eine Ecke verziehen und alle anderen Menschen im sozialen Umfeld einfach nur doof finden, sind nicht nur völlig normale Verhaltensweisen – im Gegenteil, wer so etwas ab und zu mal zelebriert, reagiert sich optimal ab und erhält sich dabei durchaus gesund. Der eine latscht parallel dazu ..zig Stunden durch den Wald, die nächste joggt, wiederum andere lesen ein Buch oder starren einfach nur in die Luft und freuen sich. So banal und erfüllend kann Glück sein.

Übertreibung und Authentizität

Wie oben schon geschrieben: Vorsicht vor Übertreibung. Sehr gut kann man das illustrieren an dem Zuviel in unserer Industriegesellschaft. Zu jeder Zeit ist alles verfügbar, sofern das nötige Kleingeld da ist. Umso größer ist kurioserweise die Freude, wenn die Erdbeerzeit anbricht oder endlich wieder Spargelsaison ist, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ähnlich verhält es sich mit Menschen, die ständig einfach nur gut drauf sind. Ein paar Mal ist das toll, man läßt sich gern anstecken und genießt den Strudel guter Stimmung, in den man mit hineingerissen wird. Alles positiv, alles schick, alles toll – da geht auch dem passivsten Menschen irgendwann die Hutschnur hoch. Weil: Das ist nicht das Leben. Es gibt immer Hoch´s und Tief´s und Hell und Dunkel…usw. Dafür gibt es viele Metaphern von „Himmel und Hölle“ bis „Ying und Yang“. Tatsache bleibt: Wer durchweg nur mit traurigem Gesicht und leidend durch die Pampa latscht, nervt uns irgendwann eben so wie diejenigen, die ständig guter Laune sind. Da fehlt schlicht und ergreifend die Authentizität, um nicht zu sagen: die Normalität, die Ausgewogenheit.

Bauchgefühl und Heilsversprechen

Aus oben genannten Gründen sollte man durchaus kritisch – nicht pessimistisch – durch die Welt laufen und sich vor denen schützen, die versprechen, dass sie alle Probleme lösen und das auch ganz schnell. Da ist sie nämlich wieder – die Übertreibung. Der Glaube, woran auch immer, mag eine gute Stütze für manche Menschen sein. Doch letztendlich bewahrt einen immer nur der gesunde Menschenverstand vor falschen Entscheidungen oder Situationen… und selbstverständlich auch vor Menschen, die einem nicht guttun oder sogar schaden. Das Bauchgefühl ist die erste Entscheidungsstütze, die zweite der gesunde Menschenverstand. Das Verdienst der Wissenschaft besteht auch für Normalo´s in der Neigung, Dinge zu überdenken. Der einfachste Weg anhand des Beispiel bei einer größeren Geldausgabe: Das, was der Verkäufer mir gesagt hat, in Ruhe daheim überprüfen (oder in neudeutsch: googeln), mit engen Vertrauten besprechen und dabei durchaus auch die eigenen Standpunkte noch mal sehr kritisch in Frage zu stellen. Und immer daran denken: Verkäufer sind nicht nur in Läden oder vor der Wohnungstür und am Telefon zu finden, die Seelenverkäufer sind definitiv die schlimmere Variante!

Denken und Bewegung

Sehr wichtige Grundlage für die Psychohygiene -wie für alles andere- ist die Bewegung. Auch das Gehirn ist einfach nur ein Körperteil, das durchblutet wird und in dem haufenweise Prozesse passieren, die uns das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten… und noch ..zig andere Vorgänge ermöglichen. Ob nun Joggen oder Spazierengehen: Wohl jede/r von uns kennt den Zustand bei entsprechend langer oder intensiver körperlicher Aktivität, in dem man nicht mehr denkt, sondern einfach nur da ist. Wie bei allen körperlichen Vorgängen sollte man genauer hinschauen und sich rechtzeitig von Überforderung schützen. Nachteil beim Gehirn: Man hat beispielsweise keinen Muskelkater, der einen deutlich spürbaren „Warnschuss“ vorab sendet. Hier kann nur jede/r für sich entscheiden, wann eine Pause angesagt ist und man sich einfach mal rausnimmt aus seinem sozialen Umfeld (inklusive Facebook & Co!!!).

…Fortsetzung folgt…