Rückenschmerzen: Krankenhausbehandlungen steigen um 80 Prozent / Jeder Siebte leidet chronisch

Hier eine Pressemitteilung der DAK Gesundheit. Der Zusammenhang zwischen Psyche und Rückenschmerzen gehört in unserer Praxis quasi zum „Tagesgeschäft“: Ich arbeite hier als Heilpraktikerin für Psychotherapie und meine Kollegin deckt den körperlichen Part ab, so dass wir das „ganze Paket“ auf kurzem Weg anbieten können.

(PM) Rätsel Rücken: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Deutschland Millionen Menschen unter teils heftigen Rückenschmerzen. Immer mehr Patienten gehen mit ihren Beschwerden direkt ins Krankenhaus. Seit dem Jahr 2007 stieg die Zahl der stationären Behandlungen um 80 Prozent und erreichte 2016 einen Höchststand. Fast die Hälfte der Betroffenen ließ sich als Notfall aufnehmen. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport „Rätsel Rücken“ der DAK-Gesundheit. Die Krankenkasse wertete dafür unter anderem Daten von 2,5 Millionen erwerbstätigen Versicherten aus, befragte 5.200 Frauen und Männer zum Thema und verglich die Ergebnisse mit den Vorjahren. Nach der Umfrage hatten 75 Prozent aller Berufstätigen im vergangenen Jahr mindestens einmal Rückenschmerzen. Jeder Vierte hat aktuell Beschwerden.

Laut DAK-Gesundheitsreport 2018 sind Rückenschmerzen die zweithäufigste Einzeldiagnose für Krankschreibungen.

Hochgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung gab es dadurch rund 35 Millionen Ausfalltage im Job. Jeder siebte Arbeitnehmer (14,4 Prozent) leidet bereits drei Monate oder länger unter Rückenschmerzen. Während in der Umfrage 2003 noch 55 Prozent der Berufstätigen angaben, mindestens einmal im Jahr Beschwerden zu haben, sind es jetzt mit 75 Prozent deutlich mehr. „Das gesundheitspolitische Ziel, das Problem Rücken in den Griff zu bekommen, wurde nach den Ergebnissen unserer Studie nicht erreicht“, sagt der Vorstandschef der DAK-Gesundheit Andreas Storm. „Die Untersuchung sollte zum Anlass genommen werden, die Angebote in den Bereichen Prävention und Versorgung auf den Prüfstand zu stellen.“ Dies sei auch mit Blick auf das im Koalitionsvertrag geplante neue Disease Management Programm zur Rückengesundheit jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um eine zielgenaue Lösung für die betroffenen Patienten zu finden.

80 Prozent mehr Krankenhausfälle – vor allem Notfälle

Die Problematik spiegelt sich auch in der stationären Behandlung wider. Deutschlandweit wurde im Jahr 2016 mit mehr als 220.000 Krankenhausfällen wegen Rückenschmerzen ein neuer Höchststand erreicht. Dies bedeutet einen Anstieg um 80 Prozent in den vergangenen neun Jahren. Der DAK-Report untersucht erstmals detailliert, wie und wann Rückenschmerzpatienten in die Klinik kommen. Fazit: 46 Prozent der Betroffenen werden als Notfälle aufgenommen. Seit 2010 stieg die Zahl der Notfallaufnahmen von Rückenschmerzpatienten etwa doppelt so stark an wie bei geplant stationär aufgenommenen Patienten. Im Vergleich zum Jahr 2010 wurden 2016 insgesamt 30.000 Notfallaufnahmen mehr registriert.

Immer mehr Rückenschmerzpatienten gehen direkt in die Klinik

Werktags zwischen acht und elf Uhr erhöhte sich die Anzahl der Notfallaufnahmen wegen Rückenschmerzen um mehr als zwei Drittel, obwohl zu diesen Zeiten auch die Praxen der niedergelassenen Ärzte üblicherweise geöffnet sind. Um den Erwartungen der Betroffenen an die Versorgung möglichst gerecht zu werden und gleichzeitig die Notfallambulanzen der Kliniken zu entlasten, sieht der Vorstandschef der DAK-Gesundheit Portalpraxen, wie in Schleswig-Holstein, medizinische Versorgungszentren, teilstationäre Versorgungsangebote und einen verbesserten Terminservice bei den niedergelassenen Ärzten als wichtige Lösungsansätze.

Jeder Zwanzigste wegen Rücken krankgeschrieben

Laut DAK-Gesundheitsreport bleiben die Krankschreibungen aufgrund von Rückenproblemen seit Jahren auf hohem Niveau. Rückenschmerzen sind die zweitwichtigste Einzeldiagnose im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen – hinter Infektionen der Atemwege. Etwa jeder zwanzigste Berufstätige ist mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen krankgeschrieben. „Trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement gibt es keine signifikante Verbesserung“, betont Storm. „Gemeinsam mit Unternehmen müssen wir das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten – und möglichst mehr Bewegung im Job erreichen.“

Risikofaktoren für Rückenschmerzen

Erstmals macht die DAK-Analyse deutlich: An Rückenschmerzen zu leiden oder sich damit krankzumelden hängt von verschiedenen Faktoren ab. Häufiges Arbeiten in unbequemer Körperhaltung, Termin- und Leistungsdruck sowie eine schlechte Work-Life-Balance gehören dazu. Krankmeldungen sind außerdem abhängig vom Alter, vom Chronifizierungsgrad und davon, ob der Job fast nie mit Freude erledigt wird. Der Blick auf die Geschlechter zeigt: Männer berichten zwar insgesamt seltener von Rückenschmerzen als Frauen, sie bleiben im Vergleich jedoch zu einem höheren Anteil der Arbeit fern, wenn sie Rückenschmerzen haben (ein Unterschied von 20 Prozent).

Mehrheit geht nicht zum Arzt

Die große Mehrheit der Betroffenen versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. 30 Prozent waren laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen ihrer Beschwerden beim Arzt. Von ihnen suchten rund 77 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 18 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden. Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 60 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie bekommen zu haben. 42 Prozent erhielten Schmerzmittel, fast jeder Dritte bekam eine Spritze (31 Prozent). Bei etwa jedem Vierten (28 Prozent) wurde ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht. Mit jedem Fünften wurde über den Umgang mit Schmerzen gesprochen. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen allerdings kaum thematisiert (5,4 Prozent). „Da wir wissen, dass Stress und psychische Belastungen sich stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei der Diagnose und der Behandlung berücksichtigt werden“, fordert Storm.

Jeder Zehnte schont sich

Insgesamt gehen Rückenschmerz-Geplagte relativ gelassen mit ihren Beschwerden um: 61 Prozent setzen auf Wärme in Form von Heizkissen, Bädern oder Sauna. 42 Prozent bewegen sich, beispielsweise bei einem Spaziergang. Jeder Dritte (33,8 Prozent) lebt erstmal normal weiter und rechnet damit, dass die Rückenschmerzen wieder verschwinden. „Das sind gute Ansätze“, sagt Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Denn die meisten Rückenschmerzen sind wie Schnupfen. Betroffene sollten sich kümmern, aber nicht in Panik verfallen.“ Schonen sollten sie sich seiner Ansicht nach aber auch nicht. Das verstärke die Schmerzen eher noch. Trotzdem gab dies aktuell noch jeder Zehnte an. Immerhin: 2003 sagte noch fast ein Drittel (31 Prozent), wegen der Rückenschmerzen körperliche Aktivität zu meiden. „Hier gibt es bei vielen Menschen anscheinend ein Umdenken“, so Froböse.

(Quelle: DAK Gesundheit)

Psychohygiene, Teil II

Nachdem das grundlegende Prinzip der Psychohygiene in Teil I in etwa beschrieben wurde, wird es in diesem Text etwas konkreter. Nun soll es darum gehen, was Entspannung überhaupt ist. Zudem werden Techniken der Entspannung gezeigt, die durchaus für Faule geeignet sind oder für diejenigen, die nach dem Job einfach keine Lust mehr haben, vor die heimatliche Wohnungstür zu gehen und/oder andere Leute zu sehen.

Entspannung gleich Psychohygiene?

Zunächst soll erwähnt werden, dass bei vielen psychischen Krankheiten die Psychohygiene ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist. Hierzu zählen u.a. Entspannungsverfahren. Klingt immer so simpel, ist es aber nicht. Wer nicht gerade sowieso Yoga oder ähnliches in seinen Tagesablauf integriert hat, schafft sich selten eine reine Entspannungsecke in der Wohnung oder im Haus. Die beliebteste Version ist die Fernsehcouch… wobei man hier sagen muss, dass diese keine Version ist, sondern nur sehr, sehr bedingte Entspannung. Das Hirn läuft mit und dem ist es ziemlich egal, ob da Hirngrütze über den Bildschirm flackert oder intellektuell Wertvolles (falls es sowas überhaupt in der Glotze gibt). Nun soll die Psychohygiene unter anderem jedoch gerade der ENTSPANNUNG des Gehirns dienen, womit zum Beispiel die Variante „Sinnlos aus dem Fenster glotzen und in der Nase popeln“ schon mal entschieden ergebnisorientierter ist als eben genanntes Unterhaltungsgerät. Das Gehirn nimmt ja nicht nur die Informationen -egal, ob inhaltsfrei oder nicht- auf, sondern auch Farben, Formen, (Neben-)Geräusche usw. – es läuft auf Hochtouren. Und jetzt kommt die erste tatsächliche Anstrengung: Ein Stück solcher Gewohnheiten muss also erstmal weg, um Platz für echte Entspannung zu schaffen. Quasi Platz fürs Duschgel schaffen, bevor man das Reinigungsritual beginnt.

Entspannungstechniken

Klar, es gibt Yoga-Kurse, Autogenes Training usw. Wer bereits sein Hirn beim wöchentlichen oder täglichen Training leerjoggt, ist ja sowieso schon psychohygienisch auf einem phantastischen Weg. Weil das hinlänglich bekannt ist, soll es jetzt eher um die weniger aktiven Menschen gehen, die einfach keinen Bock haben, nach dem Job noch mal vor die Tür zu gehen oder so. Da bietet sich beispielsweise die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson an. Es gibt …zig CD´s zu kaufen, doch es lohnt weiterhin eine Anfrage bei  manchen Krankenkassen, die einem derartiges Material sogar kostenlos zusenden. Einfach mal informieren – und schon hat man keine Ausrede mehr. Und wer seine Ausreden liebt, steigt selbstverständlich genau an dieser Stelle aus dem vorliegenden Artikel aus. Eine weitere Möglichkeit findet sich mittlerweile in jedem Buchhandel: Malbücher für Erwachsene. Wer nicht sowieso schon kreativ ist (egal, ob nun Lesen, Musik, Garten, Töpfern, Stricken usw.), findet eigentlich überall genug Gelegenheiten, einmal andere Hirnregionen anzuregen als die bisher üblichen und dabei sogar zu entspannen. Denn Achtung: Selbst Kreativität wird dann zum Stress, wenn man sie abrufen MUSS, um zum Beispiel seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen – weshalb sich sehr viele KünstlerInnen durchaus das ein oder andere Coaching oder diverse Therapien gönnen, um wieder neue kreative Kraft zu schöpfen.

Selbstlob stinkt nicht!

Keiner braucht irgendwelche Prolls um sich herum, die sich den ganzen Tag selbst loben. Wohl deshalb sind Politiker eine der unbeliebtesten Berufsgruppen, weil sie angeblich niemals Fehler machen und nur ihre Brillanz, ihren Fleiß und überhaupt sich selbst loben… und nebenbei sich dann über Politikverdrossenheit aufregen und wundern. Wobei: Auch hier schieben sie die Schuld wieder diesem Dingens zu, diesem Volk, und sind damit wieder ein Stück weniger authentisch. Und an der Stelle gönne ich mir einfach mal eine persönliche Bemerkung: Damit leisten die Berufspolitiker denjenigen Vorschub, die ihre Aggressionen nicht im Griff oder einfach ihren Selbsthass auf andere Menschen projizieren müssen! Das schmerzt mich um so mehr, weil ich genug Berufskolleginnen und -kollegen habe, die oben Genannten (Politikern wie auch deren Produkten)  helfen können. Aber weiter im Text:

In meiner Praxis begegnen mir viele Menschen, die Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben – von der Persönlichkeitsstörung bis hin zu Depression oder einfach auch nur Stimmungsschwankungen. Und natürlich bedeutet das nicht immer gleich psychisch krank, denn schließlich kennen wir alle die Tatsache, dass wir nicht jeden Tag gleich gut drauf sind und irgendwie unser Spiegelbild, das wir mal mit Freude und dann wieder mit Entsetzen sehen, sich genau diesen Stimmungen anpaßt. Andere Leute sagen uns an einem Tag, an dem wir uns besonders mißlungen finden, wie toll wir aussehen. Hä?! Das hat mit der Selbstwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung zu tun. Und in dieser Angelegenheit beim Sortieren zu helfen, ist unter anderem mein Job als Heilpraktikerin für Psychotherapie. Und kraft dieser Wassersuppe sage ich: Selbstlob stinkt nicht!!! Es gilt nämlich auch in dieser Hinsicht die Regel, dass alles, was man übertreibt, nach hinten losgeht. Also: Wer mal wieder ein Kompliment braucht, kann es sich auch selbst machen. Wenn man genau hinschaut,  egal ob bei sich selbst oder bei anderen, findet man an dem vermeintlich tollsten Menschen eine Macke – aaaber: Das gilt auch für einen selbst an miesen Tagen – wenn man lange genug sucht, findet man das hübsche Blümchen am Wegesrand. Oder man erinnert sich an eigene Erfolge zurück. Oder lacht sich selber im Spiegel an. Oder belohnt sich selbst einfach dafür, dass man z.B. eine Stressphase so gut durchhält oder, oder… 

-Fortsetzung folgt-